THE STORY OF PHIL

IPhil ist ein Dülmener-Quarter Horse, der mich auf unserer Reise seit 2012 begleitet. Nach einigen Unebenheiten, Auslandsaufenthalten, verschiedenen Herdengruppierungen und zweimaligem Verkauf hatte er eigentlich wegen Uneignung seine Zeit als Rentner bei mir angetreten. Viel haben wir unternommen am Anfang und oft warst du der ruhende Pol, vorallem wenn du mit einem Hengst zusammen standst. Stabil und zuverlässig, obgleich einige meinten man sässe auf dir wie auf einer Bombe. Verhaltensauffällig wurdest du erst nach einigen Trauma mit Motorlärm. Du wurdest auf Gehör und Sehen getestet und auch die Biomechanik sowie die Wirbelproblematik wurde abgeklärt. Ebenfalls Zähne und Darmflora. Alles gut. 

Im Februar 2021 wurde es kritisch. Erst eine schwere Kolik und danach dein trauriger Blick, deine Unruhe und dein Unwohlsein. Es war nicht der Winter und wohl auch nicht alles Andere. Dank der guten Worte meiner Freundin und Trainerin stellte ich den Hebel um. Fühlte er sich aufs Abstellgleis gestellt und war doch lediglich eifersüchtig? Fand er seinen Rahmen nicht, wenn er keine Anlehnung hatte am Ranghöheren Mitglied in der Gruppe? 

So begann ich Mitte März 2021 wieder und diesmal einfach nur zum Spass mit Phil in kurzen Intervallen zu arbeiten. 

Sein Blick wurde im Laufe von zwei Wochen zugewandter und fröhlicher. Seine Unruhe verschwand und seine Laune wurde sichtlich besser. 

Mir ist bewusst, dass es seine 3. Chance ist. Sie ist es wert. Denn vieles kann ich im Rückspiegel auf mein eigenes Verhalten zurückverfolgen.

Meine eigene Unruhe, meine eigene Ungeduld. Darüberhinaus meine Ziele und meine Ambitionen die Dinge schneller als gekonnt abrufen zu wollen und zu müssen. 

Mit viel Ruhe und Durchatmen und dem Beginn der grundlegenden Übungen der akademischen Reitlehre bemerkte ich jüngst wie nicht nur Phil, sondern auch ich wieder durchatmen. Seit November 2020 bin ich nicht ganz einsatzfähig gewesen. Es wurde festgestellt, dass dies auf einer schon lebenslangen undiagnostizierten ADHS beruht. Deshalb habe ich bislang lediglich Adrenalin als Treibkraft und Motivation im Gebrauch genommen und mich jetzt im Verlauf des Klimakteriums gefragt, weshalb mein bisher so geliebter 6. Gang und meine Kräfte mitsamt meiner ewig anhaltenden Energie plötzlich verebbten. 

Ohne verbleibende Transmitter in den Synapsen ist es dem Menschen nicht möglich sein Leben Schritt für Schritt zu begehen, sondern er galoppiert kreuzfeldein und am Liebsten mit Allem auf einmal. Nahezu wie ein Mauersegler, der kaum ein Bein auf die Erde bekommt.

Bestimmt hat mein Pferd mir dies schon recht oft vor Augen gehalten, doch war ich zu schaffig um es zu bemerken. 

Unsere Reise geht weiter, doch diesmal in Ruhe und mit viel mehr Gelassenheit.

Viel Spass beim Mitverfolgen der Clips und Bilder. 

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